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"Weil junge Leute nun mal ausziehen wollen"

Daniela und Doris sitzen auf dem Sofa

Zwei Mütter erzählen, wie die Idee von einer inklusiven WG entstand


Daniela, wie ist Dir die Idee gekommen?

Daniela: Neele will eigentlich ausziehen, seit sie 18 ist. Sie hat schon immer die Hausarbeit gemacht um zu zeigen, dass sie das auch kann. Damals war es aber wichtiger, dass sie für sich die richtige Arbeit findet. Deshalb haben wir das erstmal beiseite gelegt.

Als sie bei „Tanzbar“ angefangen hat, wurde es dann wieder aktuell. Freunde von Neele wohnten alleine. Das kam für sie nicht in Frage. Wohngruppen war keine Option, weil man dort einfach in die Gruppe einziehen muss, wo ein Platz frei wird. Mit Fremden zusammenwohnen, das fand sie auch nicht schön. Und dort sind die meisten Mitbewohner so alt. Sie sagt, sie möchte lieber mit Gleichaltrigen zusammenwohnen.

Bei „Menschen - das Magazin“ sind wir dann auf die WG in Ludwigshafen gestoßen. „Sowas machen wir auch!“, haben wir uns gedacht.

 

Und wie kamst Du dazu, Doris?

Doris: Meine Schwiegermutter war gerade ins Altenheim gezogen. „Ich will auch ausziehen“, hatte Sarah-Lea dann gesagt. Genau da hat mich Daniela angerufen und mir von ihrer Idee erzählt. Ein bisschen Bedenken hatte ich schon bei der Idee, weil Sarah-Lea ja auch sehr viel Unterstützung braucht. Trotzdem war ich begeistert, weil junge Menschen nun mal ausziehen und eigenständig - ohne Eltern - leben wollen.

 

Wie habt ihr dann angefangen?

Daniela: Dazu kamen dann noch Adrian und seine Eltern. Zusammen haben wir uns dann regelmäßig bei uns in der Küche getroffen und überlegt, wie wir das umsetzen können.

Eine Frage war für uns am Anfang zentral: Wie finden wir ein Haus? Für uns war wichtig: Es soll mittendrin sein und groß genug für etwa 8 Personen sein.

Wir haben dann ziemlich schnell eine Facebook-Seite erstellt und damit viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen. Nur ein Haus im Zentrum blieb aus. Deshalb sind wir dann erstmal mit einem Träger zusammen gegangen. Nach einigen Gesprächen wurde aber klar, dass die Vorstellungen unterschiedlich waren.

Durch Facebook ist auch Nicoletta auf uns gestoßen. Sie ist die Tochter des Geschäftsführers von Gemeinsam Leben Lernen e.V. und quasi mit inklusiven WGs aufgewachsen. In dem Konzept von Gemeinsam Leben Lernen e.V. haben wir uns dann wiedererkannt.

 

Doris: So sind wir 2015 dann auf eine Fachtagung von GLL gefahren. Dort haben wir gemerkt, dass das Konzept auch wirklich so gelebt werden kann.

Als klar wurde, dass es also nun dieses Konzept sein sollte, das wir selbstständig ohne einen anderen Träger umsetzen wollten, wurde uns bewusst, dass die Frage nach dem richtigen Haus eigentlich nur eine kleine von vielen war.

Was zahlt die Behörde? Wie groß dürfen die Zimmer sein? Wie wird die Betreuung/Assistenz bezahlt? Ist es Ambulant Betreutes Wohnen oder ein Modellprojekt? Was ist mit persönlichem Budget? Sollen die Studenten bezahlt werden? Und viele, viele andere Fragen…

Einige haben wir schon beantwortet. Zum Beispiel haben wir mit dem „Blauen Haus“ jetzt ein Bauprojekt gefunden, in das unsere WG integriert werden. Viele Fragen sind aber auch noch offen.

 

Was würdest Du jemandem mitgeben, der auch überlegt, eine inklusive WG zu gründen?

Doris: Einfach mal anfangen! Alleine, für das, was man auf dem Weg lernt, lohnt es sich schon. Überlegt Euch, wie Eure Traum-WG aussehen soll, dafür braucht ihr auch keine Kooperation mit einem anderen Träger. Was uns aber sehr geholfen hat, ist ein Vorbild, an dem man sich orientieren und bei dem man nachfragen kann, wenn man nicht mehr weiter weiß.

Daniela: Dafür ist diese Plattform echt eine perfekte Möglichkeit um sich auszutauschen. Wir können nur jedem empfehlen, hier seine Erfahrungen zu teilen!


Wie habt ihr angefangen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!


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