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Am Ende meiner Tour erreiche ich schon fast die holländische Grenze. Am beschaulichen Bahnhof von Goch empfängt mich Michaela. Sie hat zusammen mit Anderen die „WG mal anders“ ins Leben gerufen.

Michaela fährt mich zu einem schmucken Reihenhaus mitten im Herzen Gochs. Im geräumigen Wohnzimmer der WG empfängt mich Nina bereits mit einem Glas Sekt. Nina ist eine aufgeweckte Frau Mitte zwanzig und lebt mit Trisomie 21. In der „WG mal anders“ wohnt sie zusammen mit Dunja und Chris.

Dunja arbeitet als Altenpflegerin. In der WG ist sie allerdings eher die Seelsorgerin. Auf der Terrasse im schönen Garten der WG hat sie für alle Sorgen ihrer beiden Mitbewohnerinnen einen Ratschlag parat. Chris ist zum Studium nach Goch gezogen. Über eBay Kleinanzeigen stieß sie auf die WG und fühlt sich seitdem hier sehr zuhause.

Da Nina im Alltag Unterstützung benötigt, arbeiten in der WG noch einige andere. Diese bezahlt Nina über das sogenannte „Persönliche Budget“.

So sitzen wir in einer bunten Truppe um den großen Esstisch der WG. Derzeit bewegt die WG vor allem ein Thema: Sie haben noch zwei Zimmer frei. Und trotz großer Bemühungen finden sie in Goch derzeit keine weiteren Mitbewohner*innen mit Behinderung.

Sie erklären mir, dass das Zusammenleben von Menschen mit und ohne „geistigen Behinderungen" in Goch noch nicht so selbstverständlich sei, wie ich es aus meiner WG in München kenne. Ihre Erzählungen erinnern mich an die Geschichten aus der Zeit, als in München vor 27 Jahren die erste WG dieser Art gegründet wurde. Während es mittlerweile eine Warteliste für die sieben WGs von Gemeinsam Leben Lernen e.V. gibt, hatte man anfangs auch hier vor allem mit den Vorbehalten der Eltern zu kämpfen.

Gemeinsam überlegen wir, wie die WG einfacher neue Mitbewohner*innen finden könnte. Es freut mich besonders zu sehen, wie hilfreich die vielen Erfahrungen aus den WGs, die ich bisher besucht habe, für sie sind. Am Ende der Diskussion stehen einige konkrete Ideen, die die WG in nächster Zeit umsetzen will.

Wir belohnen uns mit einer leckeren Pizza. Unter lautem Gelächter erzählen sie mir eine lustige Geschichte nach der anderen aus den ersten eineinhalb Jahren „WG mal anders“.

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