Lebenshilfe Würzburg

Kurzbeschreibung des Projekts

Die inklusive Wohngemeinschaft in einem Würzburger Stadtteil wurde 2011 von den Angehörigen von drei jungen Männern mit Behinderung initiiert und ins Leben gerufen. Zwei junge Männer haben das Downsyndrom und einer eine Autismus-Spektrumsstörung mit Lernbeeinträchtigung. Sie kennen sich alle aus der Schulzeit. Eines stand von Anfang an fest: Die jungen Männer wollten zu Hause ausziehen und in einer eigenen und inklusiven Wohngemeinschaft wohnen.
Gemeinsam mit der Lebenshilfe Würzburg e.V wurde das Projekt auf die Beine gestellt und erfolgreich umgesetzt.
In einem Würzburger Stadtteil wurde eine große Wohnung gefunden und von den Angehörigen angemietet. Die Suche nach den Mitbewohnern gestaltete sich relativ unkompliziert. Unter zahlreichen Interessenten wurden zwei Studenten der Sonderpädagogik ausgewählt, die auch jetzt, fünf Jahre nach der Gründung der WG, noch dort leben.

Beschreibung des WG-Konzepts

Unsere drei Kunden werden von den Assistenten der Lebenshilfe fast täglich und an vielen Wochenenden im WG-Alltag begleitet und unterstützt. Wir arbeiten nach dem Assistenzmodell, was bedeutet, dass wir vor allem mit unseren Kunden gemeinsam arbeiten und assistieren. Dabei ist es uns besonders wichtig, dass die Kunden so selbstbestimmt wie nur möglich ihr Leben gestalten können. Förderung der Selbstständigkeit ist ein ganz zentraler Punkt der Assistenz. Häufig gilt es deshalb die Wünsche/Vorstellungen der Angehörigen auf der einen Seite sowie die Wünsche/Vorstellungen unserer Kunden unter einen Hut zu bringen. Die WG mit allen Einzelheiten ist ein komplexes Konstrukt, welches von hauptamtlichen Mitarbeitern organisiert wird. Diese koordinieren die einzelnen Dienste, Aufgaben, Dienstleistungen Dritter (Fußpflege/Sozialstation) sowie den Kontakt zu den Angehörigen.  In der WG gibt es einen festen Wochenplan, der eine feste Struktur vorgibt. An einer großen Magnettafel können unsere Kunden sehen, welcher Assistent wann kommt und was alles zu erledigen gibt oder was die Woche so los ist. Es finden gemeinsame Wocheneinkäufe, gemeinsame Abendessen, Putzaktionen, Besuche beim Frisör, Arzttermine usw. statt. Die gemeinsamen Aufgaben in der WG, wie Mülldienst oder das Ausräumen der Geschirrspülmaschine sind auf alle fünf Mitbewohner aufgeteilt. Es gibt keine 24h Rufbereitschaft.
Die beiden Studenten haben sonst keine Aufgaben was die drei Bewohner mit Behinderung betrifft. Es herrscht ein natürliches Miteinander, wie in einer ganz normalen WG.