Was eine inklusive WG ausmacht

Eine Gruppe diskutiert an einem Tisch, eine Frau steht.
Wir gehören zu den glücklichen Gewinner*innen des ersten Skalierungs-Stipendiums Deutschlands: Dem openTransfer-Accelerator. So viele komplizierte Wörter, doch was wir dort lernen ist eigentlich ganz einfach. Es geht darum, wie man Projekte, die an einem Ort bereits erfolgreich umgesetzt wurden, auch in andere Städte und Regionen verbreiten kann. Passt also perfekt zu unserem Ziel, Menschen dabei zu unterstützen, inklusive WGs zu gründen.

Im ersten Blockseminar ging es vor allem um den sogenannten "Transferkern". Der Transferkern ist das, was man verbreiten möchte. Wir haben uns also gefragt, was eine inklusive WG ausmacht. Welche Bedingungen muss eine WG erfüllen, damit sie eine inklusive WG ist? Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach. Denn wie man an unserer Sammlung an Konzepten sieht, kann eine inklusive WG ganz unterschiedlich sein. Sie kann zum Beispiel aus vier oder aus zehn Personen bestehen. In manchen WGs werden die Bewohner*innen mit Behinderung durch ihre Mitbewohner*innen unterstützt, in anderen durch Assistenz von außerhalb.


Trotz der vielfältigen Konzepte sind wir auf einige Punkte gekommen, die für uns unabdingbar sind:
  1. Menschen mit und ohne Behinderung wohnen zusammen in einer Wohnung oder einem Haus.
  2. Jedes WG-Mitglied hat ein eigenes Zimmer.
  3. Die WG teilt sich den Wohnraum außerhalb des eigenen Zimmers, er ist für alle zugänglich.
  4. Alle leben selbstbestimmt und auf Augenhöhe. Entscheidungen, die die WG betreffen, werden gemeinsam entschieden.
  5. Jedes WG-Mitglied bekommt die Unterstützung, die es benötigt.
  6. Die WG ist so angebunden, dass jedes WG-Mitglied eigenständig am öffentlichen Leben (z.B. einkaufen, Essen gehen) teilnehmen kann.
Was meint Ihr? Stimmt Ihr unserer Liste zu? Was fehlt Euch noch? Schreibt es in die Kommentare!

Kommentare  

#4 Tobias Everyone 2016-07-12 12:36
Teil 2:
Sonst fällt mir grad nix ein was man allgemein sagen könnte. Wie Dorothee Janssen schon gesagt hat ist Vielfalt wichtig, denk das trifft auch auf die Konzepte zu.
Noch @Anne Rauers: Jeder ein eigenes Bad ist schwer, denk ich. Also bei der Immobiliensuche. Versteh auch nicht ganz warum das wichtig ist? Und bei der Pflege kommts wohl auf die Art an. Ein Pflegedienst ist nicht unbedingt notwendig, denke ich.
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#3 Tobias Everyone 2016-07-12 12:36
Ich denk Gerechtigkeit bzw. die Motivation ist ein wichtiges Thema, bei allen Mitbewohnern. Vielleicht "Die Persönliche Eignung als Mitbewohner mit oder ohne Assistenzbedarf muss gegeben sein". Vor allem in Modellen mit Mietreduzierung.
Kommunikation ebenso, also sowohl im Alltag als auch bei der Weiterentwicklung bzw. der "Erhaltung eines Zusammenlebens". Hängt aber vielleicht auch mit der Motivation der Bewohner zusammen, also ob die Kommunikation im Alltag stattfindet oder man sich Zusammenraufen muss um Probleme zu klären. Hier ist wohl auch die Größe der WG entscheidend. Lebe selbst in einer mit 8 Personen, da ist es nicht immer gegeben, dass sich alle jeden Tag sehen. Wir haben, neben einer kleinen WG-Besprechung pro Woche in der Dienste verteilt und kurzfristige Dinge angesprochen werden, bei der eben nicht immer alle da sind, einmal im Monat eine große WG Besprechung in der alle zusammenkommen und langfristiges entschieden wird. Ist ja aber eigentlich der vierte Punkt...
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#2 Anne Rauers 2016-06-22 11:56
Vorab sei gesagt, dass wir, Daniel, 23, und seine Eltern noch keine Erfahrungen mit einer inklusiven WG haben, bisher.
Wichtig finden wir, dass jede/rBewohner/in zu dem eigenen Zimmer auch ein eigenes Bad hat.
Pflegerischen Bedarf sollte der Pflegedienst leisten, nicht die Mit-Bewohner. Frage wäre, ob man in die Mietverträge mit den Bewohnern ohne Behinderung eine gewisse Stundenzahl für Freizeitbegleitung etc vorsieht, gegen Mietreduzierung oder es ganz auf freiwilliger Basis belässt.
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#1 Dorothee Janssen 2016-06-22 11:05
Vielfalt ist ein Kennzeichen einer inklusiven WG. Das bedeutet, dass nicht immer alles glatt geht, weil nicht alles planbar ist. Aber jeder, der darin ist, gehört dazu. In einer inklusiven WG sind Herausforderungen Lernfelder. Harmonie ist nicht die erste Pflicht, sondern Selbstwerdung.
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