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Sexualität in der inklusiven WG - Antworten einer Sexualbegleiterin

Durch eine ZDF-Reportage wurde die Diskussion über Sexualbegleitung in Carinas inklusiver WG neu entfacht. In einem Blogartikel schilderte sie die vielen Fragen, die sich ihnen stellen. Ich bin Deva Bhusha, Sexualbegleiterin aus München, und möchte versuchen ihre Fragen aus meinen Erfahrungen zu beantworten.



Woher wissen wir, ob das, was die Sexualbegleitung macht, immer im gegenseitigen Einverständnis ist, wenn einige meiner Mitbewohner sich schwer äußern können?

So ganz genau kann man es natürlich nie wissen, dass alles 100 % im Einvernehmen ist, aber das kann man in einer normalen Beziehung ja auch nicht. Sexualbegleiter*innen sind manchmal im Vorfeld darauf angewiesen, dass jemand, der in der Kommunikation mit der Person vertraut ist, übersetzt. Am besten ist aber natürlich, wenn die Person selbst in Mail oder Whatsapp schreiben kann, was sie sich wünscht. Dann gibt es noch eine nonverbale Kommunikation und Sexualbegleiter*innen haben da meist Einiges an Erfahrung. In der Regel geht das alles sehr gut. Es kann natürlich Missverständnisse geben, wie im richtigen Leben auch. Und ich denke, auch das sind Erfahrungen die behinderte Menschen machen dürfen. Wir müssen sie im Allgemeinen nicht vorm Leben schützen... Manchmal eher vor "zu gut gemeint" ;-)


Können meine Mitbewohner*innen klar unterscheiden, mit wem sie ihre Sexualität ausleben dürfen und wer nur für die Pflege zuständig ist?

Hoffe ich, aber das könnt nur Ihr als Assistent*innen fühlen. Die meisten können es sehr gut unterescheiden, auch mit einer Lernbehinderung. Wenn nicht, dann eben öfters erklären.


Sexualassistenz, oder Sexualbegleitung?

Sexualassistenz meint, die Person weiß, was sie will. Sexualbegleitung erfüllt den Wunsch, soweit es für sie/ihn stimmig ist. Auch das Unterstützen von Paaren ist gemeint. Sexualbegleiter*innen forschen ein bisschen mehr nach der Sexualität desjenigen. Dieses Angebot richtet sich an Personen, die noch nicht so recht wissen, was sie wollen und mögen, wenig Erfahrungen oder Probleme mit Sexualität oder Missbrauch haben. Es schwingt so zwischen Erfahrungen machen und therapeutischer oder heilerischer Begleitung hin zur selbstbestimmten Sexualität. Also eben eine Begleitung.


Wie finden wir eine geeignete Person, bzw. woher wissen wir, ob wir der Person vertrauen können?

Auf meiner Webseite gibt es eine Unterseite "Sexualbegleitung vernetzt". Dort ist eine Liste von allen Anbietern in Deutschland. Bei den Sexualbegleiter*innen steht auch, ob sie eine Ausbildung darin haben oder nicht. Bei Ausgebildeten kann man davon ausgehen, dass die Begleiter*innen wissen was sie tun.

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