Das waren die WOHN:SINN-Zukunftstage 2019

Jubelndes Gruppenfoto von allen 60 Teilnehmenden im Foyer der Jugendherberge.
Wie cool war bitte dieses Wochenende?! Immer noch ganz begeistert und beeindruckt, versuche ich meine Eindrücke zusammenzufassen. Spannende Begnungen, hilfreicher Austausch, gelebte Teilhabe und unheimlich viel Spaß. Das sind 4 Dinge, die mir als erstes einfallen.

Über 60 Leute aus den verschiedensten Ecken Deutschlands kamen für unser erstes Mitglieder-Wochenende nach Bremen. Bewohner und Bewohnerinnen, Fachkräfte, Angehörige, Geschäftsführer und Professorinnen: Sie alle sprachen miteinander über inklusives Wohnen. Für mich war es unglaublich schön zu sehen, wie WOHN:SINN mit so viel Leben gefüllt wurde.

Du konntest leider nicht teilnehmen und willst mehr erfahren? Oder warst Du dabei und möchtest in Erinnerungen schwelgen? Dann ist dieser Artikel für Dich!

Wenn Du beim nächsten Mal dabei sein willst, kannst Du hier Mitglied werden: >> Zum Antrag

Text: Tobias Polsfuß; Bilder: (c) Daniela Buchholz | WOHN:SINN

Die Ankunft: Auf ins Getümmel!


Freitagabend trafen sich alle Angereisten in der Markthalle Acht. An mehreren Tischen wurden die Köstlichkeiten der vielfältigen Essensstände genossen.

Schnell merkte man: Hier entstehen heute neue Freundschaften.

Der Beginn: Kennenlernrunde


Woher kommen wir? Wie alt sind wir? Und warum sind wir hier? Das fanden die Teilnehmenden am Samstagmorgen heraus.

Egal ob aus Hamburg oder Heilbronn, ob 18 oder 72, ob Geschäftsführerin oder Bewohner - alle Teilnehmenden kamen schnell ins Gespräch.

Die Mitglieder-Versammlung: Wir haben einen neuen Vorstand!


Zeit für den offiziellen Teil! In der ersten Mitglieder-Versammlung unseres Vereins gab es viele Neuigkeiten zu berichten. Ich erklärte im Namen des Vorstands unsere Pläne für die Zukunft von WOHN:SINN. Unser Vorsitzender Rudi Sack erläuterte, wie viel Geld der Verein derzeit besitzt. Die Mitglieder stellten interessierte Nachfragen und entlasteten den Vorstand.

Anschließend wurden drei Plätze im Vorstand neu gewählt:
  • Pierre Zinke aus der inklusiven WG in Dresden ist nun stellvertretender Vorsitzender.
  • Barbara Krause, die lange eine Wohnbaugenossenschaft leitete, wurde neu in den Vorstand gewählt.
  • Juli Herrmann, die bei Gemeinsam Leben Lernen e.V. wohnt und arbeitet, ist ebenfalls neu im Vorstand.
Radio Bremen war bei der Versammlung zu Gast und hat Rudi Sack interviewt. Das Video findest Du hier: >> Zum Video

Das World Café: Großer Austausch an 7 Tischen


Nach der Mittagspause veranstalteten wir ein "World Café". An sieben Tischen tauschten sich die Teilnehmenden über wichtige Fragen aus.

Für alle Tische habe ich Dir hier ein paar ausgewählte Ergebnisse zusammengefasst:

Wo steht Ihr mit Eurem inklusiven Wohn-projekt?

  • In unserem Bündnis sind ganz verschiedene Wohnprojekte. Manche sind 30 Jahre alt, andere noch in der Ideenphase.
  • Auch die alten Wohnprojekte können von den neuen Projekten lernen. Sie zeigen neue Wege auf.
  • Das neue Bundesteilhabegesetz wird viel verändern.

Was wünscht Ihr Euch von WOHN:SINN?

  • Ein barrierefreies WOHN:MOBIL. Es könnte an verschiedene Wohnprojekte ausgliehen werden. Für einen Urlaub oder für Öffentlichkeitsarbeit.
  • Eine Mischung aus inklusiver WG und Tierheim. Die WG könnte Tiere aufnehmen und pflegen.
  • Hilfe beim Anträge stellen. Wo kann ich Geld beantragen? Auf was muss ich achten?
  • Vermittlung von Wohnprojekten und großen Wohnungs-Unternehmen.

Was könnt und wollt Ihr bei WOHN:SINN einbringen?

  • Vorträge halten
  • Videos drehen
  • Den Instagram-Kanal von WOHN:SINN pflegen
  • Eltern im "Ablösungsprozess" begleiten

Wie kann inklusives Wohnen bekannter werden?

  • Stadtteil-Events
  • Kinofilm oder Theaterstück über inklusives Wohnen
  • Sammlung von Presseartikeln
  • Bestehende Strukturen nutzen
  • Träger der Behindertenhilfe informieren und motivieren
  • Ausbildung von Inklusions-Botschafter*innen

Menschen mit ...Behinderung? ...Lernschwierigkeiten? ...Unterstützungs-bedarf? Wie wir uns nennen und genannt werden wollen.

  • Viele Menschen sind unsicher, wie sie von Menschen mit Behinderungen als Gruppe reden.
  • Es gibt keine Bezeichnung, die alle gut finden.
  • Es ist immer wichtig, die betroffenen Menschen zu fragen.
  • "Downie" ist kein schönes Wort. Lieber "Mensch mit Downsyndrom".
  • Wenn man sich nicht sicher ist, kann man "sogenannt" vor eine Bezeichnung setzen.

Was nervt in der WG?

  • Wenn die Küche nicht aufgeräumt wird
  • Das ständige Einkaufengehen
  • Wenn der Assistenzdienst oft wechselt

Läuft da was? Liebe und Beziehung in der inklusiven WG.

  • Es ist oft schwierig als Mensch mit Behinderung einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Es braucht viel Unterstützung. Zum Beispiel jemand zum Verkuppeln.
  • Wenn jemand in einer Beziehung ist, ist es normal, dass der Partner oder die Partnerin zu Besuch kommt. Es ist in keiner WG ein Problem.
  • Manchmal verliebt sich jemand in einer WG. Wenn die andere Person nicht verliebt ist, kann es schwierig werden. Deswegen ist es manchmal wichtig, auf Distanz gehen können. Oder jemand zu haben, der vermittelt.
  • In einigen WGs gibt oder gab es schon Babys. Wenn die Räumlichkeiten passen, kann es funktionieren. Es kann eine Bereicherung für die WG sein.
Mitglieder unseres Vereins können die ausführlichen Ergebnisse bei uns bekommen: >> Kontakt

Der Weser Kurier hat ein paar Stimmen auf dem World Café eingefangen: >> Zum Artikel

Der Ausflug: Zu Besuch bei der inklusiven WG im Bremer BlauHaus


Erst vor knappen 3 Wochen ist die inklusive WG im BlauHaus eingezogen. Stolz zeigten sie dem vielen Besuch ihr neues Zuhause!

Das BlauHaus ist eines der größten inklusiven Wohnprojekten Deutschlands. Mitten in der Bremer Überseestadt leben die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Geschaffen wurde das BlauHaus vom Verein "Die Blaue Karawane e.V." und der GEWOBA Wohnungsbaugesellschaft.

Mehr über das BlauHaus kannst Du in diesem Fernsehbeitrag erfahren: >> Zum Video

Die Bremer Straßenbahn AG hat uns für den Ausflug einige Fahrkarten geschenkt. Vielen Dank dafür!

Die Party: Atemlos durch die Nacht!


Am Samstagabend war es dann Zeit für gute Gespräche und wilde Tanzeinlagen. Wie wir es von vielen inklusiven WG-Partys kennen, war die Stimmung ausgelassen und die Tanzfläche voll.

Für die Musik hatten wir vor der Veranstaltung eine "Spotify-Playlist" erstellt. Alle Teilnehmenden konnten dort ihre Lieblingslieder hinzufügen. Hör doch mal rein: >> Zur Musik

Die Workshops: Voneinander lernen


Am Sonntagvormittag konnten die Teilnehmenden zwischen fünf verschiedenen Workshops wählen. In jedem stellten Expertinnen und Experten ihr Wissen zur Verfügung und moderierten die Arbeitsgruppen.

  1. Wie geht gutes Zusammenleben in der WG? Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige tauschen sich aus.
    Gerrit Gaidosch (Inklusive WG Gießen) und Pierre Zinke (Inklusive WG 6plus4, Dresden)
  2. Von der Idee bis zum Einzug. Wie kommen wir zu unserer inklusiven WG?
    Christiane Strohecker (Geschäftsführerin von Inklusiv Wohnen Köln e.V.)
  3. Mutti oder Moderator? Meine Rolle als Fachkraft in einer inklusiven WG.
    Prof. Dr. Jessica Lilli Köpcke (Medical School Berlin)
  4. Hier bin ich zuhause, hier tue ich, was ich will! Selbstbestimmt leben in der WG: Wie geht das? Wo gibt’s Probleme?
    Rudi Sack (Geschäftsführer von Gemeinsam Leben Lernen e.V., München)
  5. Wie schaffen wir es, dass es inklusives Wohnen überall gibt? Gemeinsam Deutschland verändern.
    Tobias Polsfuß (Initiator von WOHN:SINN)
Mitglieder unseres Vereins können die Ergebnisse der Workshops bei uns erhalten: >> Kontakt

Der Abschluss: Fulminante Verabschiedung


Die Zukunftstage sind vorbei - was jetzt? Diese Frage beantworteten wir den Teilnehmenden mit diesen 3 Tipps:
  • DRANBLEIBEN: Folgt und auf Facebook oder meldet Euch bei unserem Newsletter an!
  • MITMACHEN: Arbeitet in Arbeitsgruppen mit. Macht WOHN:SINN in Eurer Umgebung bekannt. Schickt Eure Ideen an den Vorstand.
  • WIEDERKOMMEN: Unsere nächste große Veranstaltung ist am 21. März 2020 in Berlin.
Samuel Flach trug einen Text vor ("Poetry Slam"). Darin sprach er darüber: Wann ist Hilfe gut und wann übergriffig?

Zum krönenden Abschluss durften alle Teilnehmenden durch einen Gang laufen und sich von den Anderen bejubeln lassen.

DANKE!

Nicoletta und Katharina aus Bremen vollpackt mit Chipstüten zur Tür herein.

Vielen Dank an unseren Organisationspartner Inklusive WG Bremen e.V. und alle Helferinnen und Helfer! Wie man sieht, hatten sie alle Hände voll zu tun. :)

Kommentare  

#2 Daniela Edele 2019-11-01 09:56
Die Begeisterung überträgt sich schon allein beim Lesen des Berichts und dem Anschauen der tollen Bilder. Bin begeistert!
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#1 Rudi Sack 2019-10-30 14:56
Das waren wirklich wohnsinnig tolle tage! ich bin noch heute ganz erfüllt davon! Danke an die Bremer, aber auch an Dich, Tobi, Du hast alles bestens geplant und vorbereitet!
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